Energiepolitik

Beobachtungen und Konsequenzen

Jede Sekunde verhungert ein Mensch!
Jede Minute zerstören wir 30 Hektar Regenwald!
Jede Stunde stirbt eine Tierart aus!
Jeden Tag sterben 40 Pflanzenarten aus!
Jede Woche blasen wir mehr als 500 Millionen Tonnen Treibhausgase in die Luft!
Jeden Monat dehnen sich die Wüsten um eine halbe Million Hektar aus!
Jedes Jahr wird die Ozonschicht um 2% dünner!

Das Kraftwerk Sonne

An jedem Tag schickt die Sonne 10.000 - 15.000 mal soviel Energie auf die Erde, wie wir weltweit verbrauchen.
An jedem Tag enthalten die Windströme 35 mal soviel Energie, wie verbraucht wird.
An jedem Tag wächst 10 mal mehr Biomasse, wie zur Deckung des gesamten Weltenergiebedarfs nötig wäre.
An jedem Tag enthält allein die Wasserkraft die Hälfte der Energie, die die Menschen derzeit an einem Tag weltweit produ-zieren.
Die Arbeitsgruppe „Sonnenenergie für Umwelt und Entwicklung“ der UNO hat festgestellt:
„Es gilt als gesichert, dass das Gesamtpotential erneuerbarer Energien in der Größenordnung des Zehntausendfachen des gegenwärtigen gesamten Weltenergieverbrauchs liegt.“

Die Sonnenenergie steht immer wieder von neuem zur Verfügung.
Die Sonne schickt jedes Jahr 350 Millionen Milliarden Kilowattstunden
Strahlungsenergie auf unseren Planeten. In Zahlen sind das:

350 000 000 000 000 000 kWh

Allein die Sonnenstrahlen, die am heutigen Tag die Erde erreichen, könnten den Weltenergiebedarf für fast 100 Jahre de-cken!

Wenn es in den nächsten Jahrzehnten gelingt, nur einen Bruchteil der Sonnenenergie zu nutzen, dann ist das Energieproblem ohne Umweltbelastung für alle Zeit gelöst.
Die größte Gefahr für die Zukunft der Menschheit ist unsere falsche, Umwelt zerstörende Energiepolitik.
Statt Energie umweltfreundlich aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse zu gewinnen, benutzen wir weit überwiegend die umweltfeindlichen Energiequellen Öl, Gas, Kohle und Uran.
Wenn wir so weitermachen wie bisher mit den üblichen Steigerungsraten des Energieverbrauchs, dann wird sich der C02-Ausstoß bis 2030 nochmals verdoppeln. Das heißt aber: Es wird in den nächsten hundert Jahren global 3-7 Grad wärmer als heute.
Ein solcher Temperaturanstieg hat verheerende Folgen:
Das Eis der Polkappen wird drastisch abschmelzen; Völker, die in Küstennähe leben, müssen sich einen neuen Lebensraum suchen, da der Meeresspiegel ansteigt.
Damit es nicht zu solchen Katastrophen kommt, müssen wir umgehend in einem spürbaren Ausmaß ernsthaft damit begin-nen, die Sonnenenergie anzuzapfen und immer besser zu nutzen.


Eine neue Energiepolitik

Für unsere Region bietet sich die Sonnenenergie vor allem in Form von Windenergie an.
Eine Wende in der Energiepolitik kann aber nur gelingen, wenn auch die Einsparungspotentiale ausgeschöpft werden.
Gewinner einer Energiewende sind in der Wirtschaft jene, die moderne Geräte zum Energiesparen oder zur Ausnutzung der Solarenergie im weitesten Sinne produzieren.
Verlierer der Energiewende sind die bisherigen Energiemonopolisten.

Allerdings: Auf der Seite der Gewinner werden weit mehr Arbeitsplätze geschaffen, als bei den Betreibern von zentralen Großkraftwerken verloren gehen.

Gewinner sind beispielsweise viele tausend kleine und mittlere Betriebe für Solartechnik und Solaranlagen, Hersteller von Windkraftanlagen sowie Zehntausende von Bauern, die Biomasse produzieren.

Wie wirtschaftlich ist Windenergie wirklich?

In den zurückliegenden 15 Jahren hat die Zahl der Windkraftanlagen in Deutschland von ca. 200 auf über 12000 zugenom-men. Der Trend geht zu größeren Anlagen mit Anschlussleistungen über 1000 kW bis hin zu 5000 kW. Die gesamte instal-lierte Windkraftleistung überschreitet 2002 die 10000-Megawatt-Grenze.
Trotz dieses substantiellen Ausbaus der Windenergienutzung trifft man in der Öffentlichkeit und bei vielen Ver-tretern von Politik und ganz besonders bei den Entscheidungsträgem der Energiewirtschaft noch immer auf zwei tief sitzende Vorurteile:

1. Die erneuerbaren Energiequellen sind viel zu teuer.

2. Innerhalb der nächsten 50 bis 100 Jahre können diese Energiequellen keinen substantiellen Beitrag zur Deckung des globalen Energiebedarfs liefern.

Dazu ist zu sagen:

ad 1. Unter Berücksichtigung aller relevanten Kosten, also auch der Kosten für Umweltschäden und Gesundheitsfolge-schäden, die durch verschiedene Energiesysteme verursacht werden, der Kosten des langfristigen Ressourcenver-zehrs der fossilen Energieträger und des möglichen Nutzens für den Arbeitsmarkt ist für Länder, die über substan-tielle Windressourcen verfügen, die Windenergie die kostengünstigste Energieform.
Die Nutzung regenerativer Energiequellen spielt bei der Lösung des globalen Klimaproblems eine zentrale Rolle.

ad 2. Es kann leicht gezeigt werden, dass die verschiedenen regenerativen Energiequellen zusammengenommen mit den noch brachliegenden Einsparungspotentialen die Energieversorgung nicht nur langfristig sicher-stellen können, sondern dies aufgrund der mit der Nutzung fossiler und nuklearer Energieträger verbunde-nen langfristigen Probleme auch müssen.

Würden alle Menschen auf diesem Globus pro Kopf genauso viel Energie verbrauchen wie die Nordamerikaner, Westeuro-päer oder Japaner, dann würde soviel Sauerstoff in CO2 gebunden, dass uns in wenigen Monaten buchstäblich der Sauerstoff zum Atmen ausginge. Dies zeigt die Dimension des Problems auf.
Die Erfahrungen der letzten 30 Jahre verdeutlichen, dass die konventionelle Energiebereitstellung auf der Basis fossiler und nuklearer Energieträger in erheblichem Maße Umweltschäden verursacht haben, die sich nicht in den Preisen der gelieferten Energie niederschlagen. Diese enormen Kosten wurden und werden auf unbeteiligte Personen, Menschen anderer Länder, zukünftige Generationen oder auf die von uns nicht oder noch nicht direkt genutzte Natur abgewälzt. Das seit vielen Jahren zu beobachtende Waldsterben, die durch Luftverschmutzung verursachten Erkrankungen, die globalen Klimaveränderungen, die Folgen des Uranabbaus und die Folgeschäden der Nukleartechnologie - all das gehört zu den abgewälzten Kosten, zu den sozialisierten Kosten, wie manche sagen.

Erst wenn diese Kosten, die von Wirtschaftswissenschaftlern als soziale oder externe Kosten bezeichnet werden, einbezogen werden, kann ein ehrlicher Kostenvergleich durchgeführt werden.
Dr. Hohmeyer aus dem Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung, Mannheim, hat entsprechende Untersuchungen für den Bereich “Elektrizitätserzeugung“ durchgeführt. Dabei hat er zunächst ermittelt, welche negativen Wirkungen die kon-ventionelle Energieerzeugung hat, die durch erneuerbare Energiequellen ersetzt werden kann. Diese werden mit den negati-ven Wirkungen der “Regenerativen“ saldiert. Man erhält eine Differenz, die der Energiebereitstellung mit den höheren so-zialen Kosten zusätzlich in Rechnung gestellt werden muss.
Da das Ausdrücken der Schäden in Geldeinheiten, also das Monetarisieren, mit erheblichen Unsicherheiten behaftet ist, er-geben sich nicht einzelne Zahlen, sondern Wertebereiche für die sozialen Kosten.

Nach Auffassung der Klimaexperten im “Intergovernmental Panel of Climate Change“ verursacht allein der Ausstoß von CO2 aus herkömmlichen Kraftwerken bis zum Jahr 2030 mindestens Schadenskosten von circa 330 DM/t CO2.

Die Umwelt- und Gesundheitskosten für Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern liegen zwischen 40 und 70 Pf/kWh, entsprechende Kosten bei Kernenergienutzung zwischen 6 und 31 Pf/kWh. Das gilt ohne Berücksichtigung großer Unfälle, sonst müsste man noch 3,50 DM/kWh für Versicherung aufschlagen. Dafür findet sich aber kein Versicherer.
Energie aus Wasserkraft in der BRD verursacht fast keine sozialen Kosten. Gewichtet man die sozialen Kosten der durch Windenergie zu ersetzenden Stromerzeugung aus fossilen und nuklearen Brennstoffen mit ihrem jeweiligen Anteil an der Stromerzeugung in der Bundesrepublik, so verursacht die konventionelle Stromerzeugung Sozialkosten von ca. 31 - 55 PF/kWh.
Stromerzeugung aus Windenergie verursacht nur geringe soziale Kosten, hauptsächlich im Bereich der Forschungs- und Entwicklungssubvention, die auf den erzeugten Strom umgelegt werden müssen. Diese Kosten sind für die Windenergie etwa zwischen 0,6 bis 1,0 Pf/kWh zu beziffern.
Insgesamt ergibt sich bei der Bilanz ein Bonus für die Windenergie von 31-56 PF/kWh. (Rohstoffkosten sind hierbei noch nicht einmal berücksichtigt)
Die Serienproduktion moderner Windkraftanlagen erlaubt es, dass diese Anlagen wirtschaftlich betrieben werden können, wenn sie an Standorten mit einer mittleren Windgeschwindigkeit von 5 m/sec oder mehr errichtet werden.
Ab einer Einspeisevergütung von ca. 20 Pf/kWh arbeiten sie rentabel.

Derzeit rechnet man mit einer realisierbaren Windenergiearbeit in Deutschland von 30 TWh/a, das bedeutet eine Reduktion der C02-Emission um etwa 20 Megatonnen pro Jahr. Das entspricht einer Reduktion der heutigen C02-Emission aus der Stromerzeugung um mehr als 15%.
Gerade der mögliche Beitrag zur Entlastung im Bereich der Klimagasemission macht deutlich, dass die Windenergienutzung nicht nur aus gesamtwirtschaftlicher Sicht extrem kostengünstig ist, sondern auch einen beachtlichen Beitrag zur Abwen-dung der drohenden Klimakatastrophe und damit zu einer nachhaltigen Entwicklung der Menschheit leisten kann.
Nutzung der Windenergie ist also eine Verpflichtung für unsere Generation.